Ein hochwertiger Parkettboden begleitet viele Menschen über Jahrzehnte. Das Holz als Werkstoff strahlt Wärme aus und verleiht dem Raum Natürlichkeit. Doch mit der Zeit verändert sich das Aussehen des Parketts oder der Dielen. Das Parkett, das einst hell und frisch aussah, erscheint nach einigen Jahren deutlich dunkler oder ist vergilbt. Wie es zu den Verfärbungen kommt und wie man vergilbtes Parkett aufhellen kann, erklären wir in diesem Beitrag.
Inhalt
- Warum vergilbt Parkett im Laufe der Jahre?
- Wie kann man vergilbtes Parkett aufhellen?
- Die richtige Farbwahl beim Aufhellen von Parkett
- Vergilbtes Parkett aufhellen und richtig vorbehandeln
- Parkett aufhellen selber machen oder Fachmann beauftragen?
- FAQ zum Entfernen der Parkettvergilbung durch Tönung
- Fazit: Vergilbtes Parkett entfernen lohnt sich
Warum vergilbt Parkett im Laufe der Jahre?
Dass sich Holz generell verändert, liegt an seinem natürlichen Charakter. Es ist ein lebendiges Material, das auf Umwelteinflüsse wie Licht, Temperatur und (Luft-)Feuchtigkeit reagiert. Die Farbveränderung bei Parkett oder Dielen ist kein Mangel, sondern eine materialtypische Eigenschaft. Die Verfärbung oder Vergilbung eines Holzbodens kann verschiedene Ursachen haben:
1. UV-Strahlung als Hauptursache
Die häufigste Ursache bei verfärbtem oder vergilbtem Parkett ist Licht. Genauer gesagt ist das im Tageslicht bzw. Sonnenlicht enthaltene UV-Licht verantwortlich für eine Parkettvergilbung bzw. Parkettverfärbung. Es löst chemische Prozesse aus, sodass bestimmte Bestandteile im Holz wie Lignin mit Sauerstoff reagieren. Diese sogenannte Oxidation sorgt dafür, dass das Parkett dunkel wird oder ausbleicht. Die Lichtalterung durch Sonneneinstrahlung ist ein ganz natürlicher Vorgang, der durch bestimmte Maßnahmen hinausgezögert werden kann.
2. Holzart
Ob Parkett oder Dielen durch UV-Strahlung heller oder dunkler werden, wird auch von der Holzart selbst beeinflusst. Ein Holzboden wird dunkler, wenn das Holz vorher hell war. Böden aus hellem Holz wie Ahorn, Esche, Buche, Kiefer oder helle Eichensorten dunkeln durch die Oxidation nach. Wie stark Dielen oder Parkett vergilben, hängt von der Beschaffenheit der Holzart zusammen. Kiefer etwa enthält Harze, die stärker zur Gelbfärbung von Dielen beitragen. Der Anteil von Lignin bestimmt bei Buchenholz, dass es eher rötlich-gelb und bei Eiche eher honigfarben nachdunkelt.
Umgekehrt werden Parkett- und Dielenböden aus dunklem Holz wie Nuss, Merbau oder Teak durch Licht und Oxidation mit der Zeit heller. Das Parkett bleicht aus. Ein Beispielprojekt und Fotos können Sie in unserem Beitrag Holzboden und Sonne: Was schützt vor Verfärbung von Parkett ansehen.
3. Natürliche Oxidation
Auch ohne direkte Sonneneinstrahlung reagiert Holz mit Sauerstoff. Dieser natürliche Alterungsprozess läuft langsam, aber kontinuierlich ab und lässt den Holzfußboden dunkler, heller oder auch gelblich erscheinen.
4. Alte Lacke mit Lösungsmitteln
Bei altem lackierten Parkett kann der Lack selbst vergilben. Die alten Parkettlacke enthalten oft Lösungsmittel und vergilben dadurch bei UV-Licht. So verstärken sie den natürlich entstehenden Gelbstich von Parkett zusätzlich.
5. Alltägliche Abnutzung und Verschmutzung
Neben den natürlichen Ursachen, die Parkett vergilben können, lassen Schmutz und Abnutzung den Holzboden optisch gelblicher und/oder farblich verändert wirken. Mechanische Bewegungen wie Laufen, Spielen oder Putzen erzeugen feine Kratzer in der Parkettoberfläche. Darin setzen sich Staub und feiner Schmutz ab. Das Licht wird somit anders reflektiert und kann das Parkettholz gelblich, verfärbt oder auch matt erscheinen lassen.
Wie kann man vergilbtes Parkett aufhellen?
Eine Politur oder ein bestimmtes Reinigungsmittel gibt es leider nicht, mit dem man gelbstichiges Parkett aufhellen kann. Die Verfärbung sitzt meist tiefer in den Holzfasern, weshalb oberflächliche Reinigungsmaßnahmen nichts nützen. Die nachhaltigste Lösung besteht darin, die oberste Holzschicht abzutragen und neu zu behandeln. Durch das Schleifen wird die vergilbte Oberfläche vollständig entfernt. Möchten Sie der Vergilbung des Parketts auf lange Sicht vorbeugen, empfiehlt sich der Auftrag eines pigmentierten nicht deckenden Lacks oder eines pigmentierten Hartwachsöls wie bei unserem Projekt in Dortmund.
Farbig geölte Parkettböden beugen einer Verfärbung von Dielen und Parkett länger vor. Die beigemischten Farbpigmente im Hartwachsöl bleichen durch UV-Strahlung weder aus noch werden sie dunkler. Um den Gelbstich von Parkett zu entfernen, eignen sich am besten helle Farbpigmente. Sie setzen sich zwischen die Holzfasern und färben das Parkett für lange Zeit.
Die richtige Farbwahl beim Aufhellen von Parkett
Um das Vergilben und Nachdunkeln von Parkett zu verhindern, ist der Auftrag von gefärbtem Parkettöl oder nicht deckendem Lack die beste Lösung. Damit das Parkett am Ende seinen natürlich warmen Charakter nicht verliert, raten wir immer dazu, ein Farbmuster anzulegen. Das geht am besten an einer unauffälligen Stelle im Parkettboden. Ein solches Muster sollte immer erfolgen, um die richtige Pigmentierung des Öls oder Lacks zu bestimmen. Zu hohe Weißanteile lassen die Parkettfläche nämlich eher künstlich als natürlich erscheinen. Zudem nimmt jede Holzart die Farbpigmente anders auf bzw. lagert diese unterschiedlich ein. Mittels eines Farbmusters finden wir also heraus, wie das vorhandene Parkett auf das getönte Hartwachsöl oder den Lack reagiert und können so den korrekten Farbanteil bestimmen. Dank der Testfläche hellen wir den Parkettboden dezent auf und entfernen zugleich den Gelbstich. Doch bevor wir das Parkett umfärben, muss es vorbereitet werden.
Vergilbtes Parkett aufhellen und richtig vorbehandeln
Wie bei den meisten Parkettrenovierungen ist auch vergilbtes Parkett vor dem Aufhellen mit Hartwachsöl oder Lack aufzubereiten. Im ersten Schritt prüfen wir die gesamte Parkettfläche. Gibt es größere Ausbrüche oder defekte Stäbe? Sind Stäbe lose und müssen geklebt werden?
Sind mögliche Schäden behoben, folgt der zweite Schritt – das fachgerechte Schleifen des Parketts. Damit schaffen wir die wichtigste Grundlage. Wir verwenden dafür eine Bandschleifmaschine und verschiedene Schleifbänder mit unterschiedlicher Körnung. Beim ersten Grobschliff tragen wir die verfärbte Oberfläche und damit die Vergilbung des Parketts ab. Der erste Schleifgang beseitigt alte Lack- und Ölschichten, tiefsitzenden Schmutz, oberflächliche Kratzer und Unebenheiten. Danach folgen je nach Zustand des Parketts weitere Schleifgänge mit feineren Körnungen. Durch diese Mittel- und Feinschliffe erhalten wir eine glatte und gleichmäßige sowie saubere Oberfläche, die die Farbpigmente perfekt aufnehmen kann.
Im dritten Schritt wird auf das saubere Parkett der nicht deckende Lack oder das Hartwachsöl mit hellen Pigmenten gleichmäßig aufgetragen. Der Pigmentanteil wurde zuvor durch das angelegte Testmuster bestimmt. Die Farbteilchen lagern sich zwischen den Holzfasern ein und erzeugen eine gleichmäßige, aufgehellte Optik. Hartwachsöl schützt das Parkettholz optimal vor Schmutz und Feuchtigkeit und sorgt für eine matte moderne Oberfläche. Außerdem bleibt die natürliche Maserung des Holzes vollständig erhalten. Bei starker Beanspruchung kann das mit Wachsöl aufgehellte Parkett zusätzlich mit klarem Lack beschichtet werden.

Parkett aufhellen selber machen oder Fachmann beauftragen?
Ein vergilbtes Parkett heller zu machen, erfordert Erfahrung. Nur so kann ein einheitliches Ergebnis entstehen. Bereits beim Schleifen ist auf die korrekte Wahl der Körnung und der richtige Umgang mit dem Bandschleifer zu achten. Fehlt hier die Übung, kann es zu Unebenheiten im Parkett und Schleifspuren kommen, die sichtbar bleiben. Wurde die Pigmentierung des Hartwachsöls mittels eines Tests bestimmt, muss die Beschichtung sehr gleichmäßig erfolgen. Wird das gefärbte Wachsöl nicht homogen auf das Parkett aufgebracht, können sich Flecken bilden.
Wer ein perfektes Ergebnis wünscht, sollte daher überlegen, einen spezialisierten Parkettbetrieb zu beauftragen. Ein Fachmann lohnt sich besonders bei hochwertigen oder stark beanspruchten Böden wie massiven Parkett- und Dielenböden. Ebenso trifft er die richtige Produktauswahl für den jeweiligen Boden und erzielt bei großen Flächen ein perfekt aufgehelltes Parkett.

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FAQ zum Entfernen der Parkettvergilbung durch Tönung
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Kann man vergilbtes Parkett ohne Schleifen aufhellen?
Nein. Oft sitzt die Vergilbung tief in der Parkettoberfläche. Nur das Abschleifen entfernt die Verfärbung und schafft gleichzeitig eine Basis für das Hartwachsöl mit Farbpigmenten.
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Wie lange dauert das Aufhellen von Parkett?
Inklusive Trocknungszeit und Größe der Fläche kann die Parketttönung 2 bis 3 Tage dauern.
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Wird das vergilbte Parkett komplett weiß?
Nein. Das Parkett soll natürlich aufgehellt werden, damit die Maserung des Holzes sichtbar bleibt. Deshalb verwenden wir für auch getöntes Hartwachsöl zur Färbung und keinen deckenden Farblack. Es gibt alternativ pigmentierten Lack, der nicht deckt und ähnlich wie Hartwachsöl die Maserung betont.
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Wie oft kann Parkett geschliffen werden?
Massivparkett lässt sich mehrfach schleifen. Bei Fertigparkett hängt es von der Stärke der Nutzschicht ab.
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Kann man vergilbtes Fertigparkett aufhellen?
Ja, das ist möglich, wenn wir das Parkett abschleifen können. Hierzu muss die Stärke der Nutzschicht bestimmt werden, damit diese beim Schleifen nicht beschädigt wird.
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Warum lohnt sich das Aufhellen von vergilbtem Parkett?
Ein heller Holzboden liegt im Trend, weil er Räume größer wirken lässt. Zudem macht ein heller Fußboden einen Raum modern und freundlich. Was die Kosten angeht, ist das Aufhellen bei Parkettvergilbung günstiger, als den Parkettboden komplett zu erneuern.
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Wie ist aufgehelltes Parkett zu pflegen?
Die Pflege von getöntem Parkett unterscheidet sich nicht von der Pflege anderer Holzböden. Geölte Böden sollten regelmäßig nebelfeucht gereinigt werden. Dazu mischt man am besten einen pH-neutralen Holzreiniger mit Wasser, der für geölte Parkettböden geeignet ist. Bei Bedarf gibt es auch spezielle Pflegeöle, die in größeren Abständen aufgetragen werden können. Anbieter von Parkett und passenden Pflegeprodukten sind z.B. Pallmann, Saicos oder Berger-Seidle.
Fazit: Vergilbtes Parkett entfernen lohnt sich
Ein vergilbter Parkettboden ist weder ein Mangel noch ein endgültiger Zustand. Daher muss das Parkett auch nicht ersetzt werden, sondern kann durch gezieltes Schleifen und mit farbig pigmentiertem Hartwachsöl nachhaltig aufgehellt und optisch neu gestaltet werden. Durch das getönte Wachsöl bleibt die natürliche Maserung des Holzbodens erhalten, während der Gelbstich reduziert wird. Das Ergebnis ist ein heller, frischer Holzton, der die Raumwirkung positiv verändert und den Charakter des Parketts betont.
Hat Ihr Parkett einen Gelbstich, hellen wir es gern für Sie auf!